Vor ein paar Tagen saß ich mit meinen eigenen Hunden im Wartezimmer beim Tierarzt. Neben mir nahm ein sympathisches Paar mit seinem Hund Platz und wir kamen schnell ins Gespräch. Sie erzählten mir, dass es ihrem Hund an diesem Tag gar nicht gut ging. Er war träge, müde, hatte keinen Appetit und wollte auch nichts trinken. Sie vermuteten, dass es wieder seine Magenprobleme seien. Als ich nachfragte, ob das schon öfter vorgekommen sei, antworteten sie ganz selbstverständlich:

„Ja, das hat er regelmäßig. Dann gehen wir zum Tierarzt, er bekommt Medikamente und danach geht es ihm wieder besser.“

Dieser Satz hat mich dann beschäftigt. Nicht, weil sie etwas falsch gemacht habe, sie haben genau das Richtige getan und ihren Hund beim Tierarzt vorgestellt. Was mich jedoch nachdenklich gemacht hat, war:

Warum werden wiederkehrende Beschwerden so häufig einfach als „normal“ akzeptiert?

Symptome behandeln ist wichtig – Ursachen finden genauso

Wenn ein Hund Schmerzen hat, Durchfall bekommt oder erbricht, sollte selbstverständlich ein Tierarzt aufgesucht werden. Akute Beschwerden müssen behandelt und ernst genommen werden. Doch wenn dieselben Probleme immer wieder auftreten, lohnt es sich, einen Schritt weiterzugehen. Denn wiederkehrende Symptome sind oft ein Hinweis darauf, dass irgendwo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Natürlich gibt es viele mögliche Ursachen:

Nicht jede Ursache lässt sich über das Futter erklären. Aber die Ernährung beeinflusst nahezu jeden Prozess im Körper – vom Immunsystem über die Darmgesundheit bis hin zum Stoffwechsel.

Unsere Hunde beobachten lernen

Eine der wichtigsten Aufgaben als Hundehalter ist für mich, den eigenen Hund wirklich kennenzulernen.

Je besser wir unseren Hund kennen, desto früher erkennen wir Veränderungen und genau diese Beobachtungen können dem Tierarzt später wertvolle Hinweise liefern.

Nicht nur behandeln – auch hinterfragen

Wenn Beschwerden regelmäßig wiederkommen, stelle ich mir immer dieselben Fragen:

Oft führt erst die Kombination aus einer sorgfältigen tierärztlichen Diagnostik, gegebenenfalls Laboruntersuchungen sowie einer Analyse von Alltag, Umwelt und Ernährung zu einem langfristigen Erfolg.

Ernährung ist kein Nebenthema

Viele Hundehalter unterschätzen leider noch immer, welchen Einfluss die tägliche Fütterung auf die Gesundheit haben kann. Dabei versorgt sie den Körper jeden Tag mit den Bausteinen, aus denen Zellen aufgebaut, Hormone gebildet, das Immunsystem unterstützt und Regenerationsprozesse ermöglicht werden. Eine passende Ernährung ersetzt keine tierärztliche Behandlung, sie kann diese jedoch sinnvoll ergänzen und in vielen Fällen dazu beitragen, die Ursache von Problemen besser einzugrenzen oder langfristig positiv zu beeinflussen.

Wiederkehrende Beschwerden sollten nie einfach zur Gewohnheit werden.

Je früher wir Veränderungen wahrnehmen, beobachten und gemeinsam mit dem Tierarzt nach möglichen Ursachen suchen, desto größer ist die Chance, die Lebensqualität unserer Hunde langfristig zu verbessern. Unsere Hunde können uns nicht sagen, was ihnen fehlt. Sie zeigen es uns und genau deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.

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